Südafrika 2013

SÜDAFRIKA

Alles anders als hier, aber doch so schnell vertraut! Wasser in Kanistern holen, Duschen unterm Gartenschlauch bzw. unterm Wasserfall, ein Leben ohne Elektrizität, das heißt tägliches Abendessen bei Kerzenschein.
All das in einer atemberaubend schönen Landschaft war für eine gewisse Zeit unser Alltag und unser zu Hause. Noch nie zuvor habe ich in einer so kurzen Zeit eine Kultur mit ihren Traditionen und so vielen netten, herzlichen, aufgeschlossenen und gastfreundlichen Menschen kennen und schätzen gelernt.

ARFIKA – eine tolle Zeit und Erfahrung, die ich immer im Herzen behalten werde!

Melanie Brink

Rückblick

„Ohne Dusche duschen, ohne Gabel essen, nur mit einem Lächeln sprechen – das war Afrika. Eine besondere Erfahrung!“

Anna Klemt

Erstaunliche Offenherzigkeit

„Wenn ich an unsere Reise zurück denke, kommt mir als erstes die tolle Build & Ride Gruppe, der Sonnenschein und das Wissen, das man gerade etwas ganz besonderes erlebt, an das man sich noch lange zurück erinnert, in den Sinn.

Mich hat es sehr beeindruckt, wie offen man uns begegnete und wie nah und persönlich der Kontakt zu den Südafrikanern war, vor allem dank der Arbeit von Zimele, die für uns Türöffner in das Alltagsleben der Bevölkerung war.
Auch wenn drei Wochen eigentlich viel zu kurz sind, um einzelne Personen oder gar eine ganze Kultur wirklich kennen zu lernen, bin ich dennoch mit einem veränderten Blick auf viele Themen zurückgekehrt und nicht nur in Bezug auf Südafrika, sondern auch auf mein eigenes Leben.“

Lena Baumann

Wunderbar liebenswürdig

"Die Zeit des interkulturellen Austauschs mit dem Build & Ride Projekt war einfach fabelhaft. Die Menschen sind uns mit umwerfender Herzlichkeit begegnet, ich habe Freundschaften geknüpft und bin mir selbst ein Stückchen näher gekommen.

Eine wunderbare Erfahrung für jeden, der Südafrika von einer ganz besonderen und intensiven Seite erleben möchte."

Ronja Thum

Einfach glücklich sein

"Durch das Build&Ride Projekt habe ich gelernt, mit weniger auszukommen und meine Bedürfnisse auf das Wesentliche herunterzuschrauben. Man kann auch ohne die für unsere westliche Kultur scheinbar essentiellen sanitären Anlagen problemlos den Alltag bestreiten und das Leben genießen. :-)

Darüber hinaus bin ich dankbar und froh, so viele nette, gastfreundliche und gläubige Menschen getroffen und kennengelernt zu haben. Ohne sie wären die Reise und die Projektbesichtigungen nur halb so schön gewesen. Trotz ihrem, im Vergleich zu meinem, doch teilweise extrem beschwerlichem und harten Leben sind die Südafrikaner sehr positiv. Die morgendlichen Gesänge der Schulkinder und die Dankeslieder der Zulus werde ich nie vergessen."

Karoline Gaudian

Mehr als nur eine Reise

"Das Build & Ride zeigt nicht nur fremde Kultur, fremde Menschen oder ein fremdes Land. Es stellt das eigene Land, die Kultur und insbesondere die eigene Person vor den Spiegel einer intensiven Erfahrung. Alle Anstrengungen vor Ort werden rückblickend zum eigentlichen Erfahrungsschatz."

Manuel Debus

"Richtig 'back to the roots' gehen"

"Neben Plumpsklo und Kerzenschein statt Elektrizität, bedeutete für mich die Zeit in Südafrika auf Handy, Telefon und Internet zu verzichten. Für mich persönlich war es eine tolle Erfahrung und einfacher durchzuhalten als ich dachte. Wenn mir danach war, einer Person aus Deutschland etwas mitzuteilen, griff ich zu Block und Stift, um ein paar Zeilen zu schreiben. Die einzigen Situationen, indem ich mir gewünscht habe, ein Telefonat zu führen war bei der Hin- und Rückreise, sowie in der Nacht unterm Sternenhimmel. Mir wäre wichtig gewesen, meinen Liebsten mitzuteilen, wie sehr ich sie vermisse bzw. wie groß meine Freude ist, sie wieder zu sehen!

In der Nacht unterm Sternenhimmel waren wir teilweise an unserem emotionalen Tiefpunkt der Reise, so dass mir sehr stark danach war eine vertraute Stimme aus meinem Leben zu hören. Doch auch diese Situation konnte ich aushalten, weil ich tolle Menschen, neue sehr vertraute Personen, in Südafrika um mich herum hatte! Ich hätte jeder Zeit die Möglichkeit gehabt das Handy meiner Mitreisenden zu nutzen, doch ich wollte diese Abstinenz für mich persönlich als Herausforderung durchhalten - was mir auch gelungen ist! Hier in Deutschland die Freiheit zu haben das Handy als Kommunika- tionsmittel zu nutzen, wann mir danach ist, ebenso wie das eigene Auto, war ein ganz tolles Gefühl, welches ich ohne den Verzicht wahrscheinlich in meinem Leben nicht in dieser Form gefühlt hätte!"

Jennifer Born

The end - This was South Africa

Den letzten Morgen in Südafrika verbrachten wir mit einem Frühstück aus den Resten unseres Reiseproviants im Happy Hippo. Nachdem wir den Schlüssel zu unseren Zimmern abgegeben hatten, verstauten wir unsere Backpacks bis zum Mittag an der Rezeption. Vier unserer Gruppe machten sich auf ins Sea Life, die anderen drei unternahmen eine Wanderung am Strand. Im Sea Life konnten wir unter anderem Haie, Meeresschildkröten und Pinguine in einem nachgebauten Schiffswrack betrachten. Die Delphinshow gegen Ende unseres Besuches war unterhaltsam, aber teilweise sehr reißerisch gestaltet. Nach unserem Aufenthalt im „größten Aquarium Afrikas“ packten wir unsere Badesachen und gingen ein letztes Mal an den Strand. Der starke Wind und hoher Wellengang machten ein Baden fast unmöglich. Dennoch machten wir es uns auf einer Decke gemütlich und genossen die Wärme der südafrikanischen Sonne. Pünktlich zur vereinbarten Zeit erschien der Minibus. Zügig packten wir unsere Backpacks und machten uns auf den Weg Richtung Flughafen. Zusammen mit Anja aßen wir dort zu Mittag und verabschiedeten uns schweren Herzens von unserer Reiseleiterin. Ein letztes Mal sangen wir gemeinsam das irische Segenslied, dann schrumpfte unsere Gruppe erneut. Die Wartezeit verging schnell, da die Prozedur des Eincheckens einige Zeit in Anspruch nahm. Ein letztes Mal Boarding, Sitzplätze suchen und Rucksäcke verstauen – dann ging es los. Wehmütig verließen wir das Land, welches uns in den letzten drei Wochen so ans Herz gewachsen ist...

Vielen Dank an alle, die uns mit so umwerfender Herzlichkeit und Gastfreundschaft in ihren Familien aufgenommen haben! Wir waren gerührt und überwältigt von so viel Freude, Offenheit und Wärme. Der Aufenthalt in den Communities ist schon jetzt ein unvergessliches Erlebnis und lässt uns von einer weiteren Reise nach Südafrika träumen.
Auch die herzliche Stimmung in unserer Gruppe half über etwaiges Heimweh hinweg und ließ uns in der Ferne schnell ein zu Hause zu finden. Wir werden sicher noch einige Tage brauchen, um das Erlebte verarbeiten zu können und um sich wieder an das Leben hier zu gewöhnen.

Autorin: Ronja

Tag 15 - Ein Tag in Durban mit Nkonzo

Heute morgen trafen wir in unserem Happy Hippo Backpacker Nkonzo.
Er hatte sich bereit erklärt unsere Gruppe einen Tag in Durban zu begleiten und die Stadt zu zeigen. So besuchten wir die City Hall, das indische Viertel mit der Juma Moschee und dem Victoria Street Market, aßen Bunny Chow (gefülltes Brot mit Curry) und fuhren noch mal zum Stadion, um mit der Skycar einen Blick auf die untergehende Sonne Durbans zu erhaschen.

Zurück im Backpacker waren wir von dem Tag ziemlich erschlagen, das Stadtleben sind wir einfach nicht mehr gewohnt :) Wir bestellten uns und Nkonzo noch eine Pizza, bevor wir uns von unserem Tourguide verabschieden mussten. Ein großes Dankeschön an Nkonzo – war ein schöner Tag.

Autorin: Anja

Tag 14 – Die letzte Reise nach Durban

Heute konnten wir ganz gemütlich in den Tag starten. Wir hatten sogar noch Zeit für einen leckeren Kaffee im „Café la vida“ und um kleine Andenken zu kaufen, bevor wie auschecken mussten. Schließlich nähert sich unsere Reise dem Ende entgegen. Das wurde uns besonders deutlich, als wir unseren Fotografen Manu am Flughafen verabschieden mussten, da es für ihn bereits heute zurück nach Deutschland geht.
Von dort aus fuhren wir zu unserer letzten Station: das „Happy Hippo“ Hostel in Durban. Hier lassen wir es uns die nächsten Tage gut gehen. Der Strand befindet sich direkt um die Ecke. In der Vergangenheit mussten wir schon schmerzlich erfahren, dass „um die Ecke“ auch mal eben 5 Kilometer entfernt sein können. TIA ... Hier sind es jedoch tatsächlich nur 2 Minuten zu Fuß. Wir konnten schon bald das Meer riechen und im Bikini ging es ab zum Strand. Endlich kam ein wenig Urlaubsstimmung auf! Den Abend ließen wir gemeinsam auf der Terrasse unseres Hostels ausklingen.

Autorinnen: Anna und Melanie

Tag 13 – SAFARI TAG

Heute morgen wartete bereits um 5:00 Uhr unser Safari-Fahrer vor unserem Hostel. Es ging in den eine Stunde entfernten Nationalpark namens Hluhluwe (schlu-schlu-wi) iMfolozi. Dieser ist der zweitgrößte Afrikas nach dem Kruger National Park und wurde nach dem Yellowstone-Nationalpark in den USA im Jahr 1895 gegründet (nur mal als kleine Info für alle Daheimgebliebenden).
Die 650 Rand (65 Euro) haben sich auf jeden Fall für die acht Stunden Abenteuer mit Elefanten, Giraffen, aber leider ohne Raubkatzen gelohnt.

In diesem Sinne: BILDER SAGEN MEHR ALS 1000 WORTE!

Hier einige Eindrücke unserer Safari-Tour!

Tag 12 – Es kommt immer alles anders ...

Nachdem wir gestern sehr ausgiebig unsere Rückkehr in die Zivilisation gefeiert haben, sollte der Tag heute eigentlich etwas ruhiger beginnen. Geplant war ein gemütliches Frühstück auf der Terasse des Hostels, doch wieder kommt alles anders als man denkt ... Die Affen hatten einen ähnlichen Plan und wollten unserem Frühstück beiwohnen. Wir mussten fluchtartig die Terasse verlassen und in die Küche flüchten, wo wir endlich ganz entspannt in den Tag starten konnten.

Ursprünglich war der Plan den heutigen Tag am Strand zu verbringen, doch das ist wortwörtlich ins Wasser gefallen. Es regnete und regnete und regnete. So nutzten wir die Zeit um die Umgebung zu erkunden. Am Nachmittag machten wir eine entspannte “Kaffeefahrt” mit dem Boot um uns Hippos, Krokodile und Vögel anzugucken. Den Abend ließen wir bei Nudeln und Pesto ausklingen. Wir gingen alle früher schlafen, damit wir für die Safari und die wilden Tiere gewappnet waren. Wir freuen uns darauf...Greetz from the Bar!

Autorinnen: Ronja und Anna

Tag 11 – Busy

Nach einer Nacht unter dem Sternenhimmel wachten wir heute mit der aufgehenden Sonne auf. Trotz dieser kurzen Nacht hatten wir viel vor und Xolani brachte uns um 8 Uhr zu unserem ersten Programmpunkt – einem reichlich gedeckten Frühstück bei einer der Zimelegruppen. Dabei stellten wir anhand der Dosen und Schalen auf dem Tisch fest, dass das Konzept von Tupperpartys offensichtlich auch in Südafrika funktioniert. Nachdem uns die Frauen etwas von ihrer Arbeit gezeigt hatten – vor allem die kunstvollen Matten aus recycelten Plastik beeindruckten uns – fuhren wir mit der gesamten Gruppe der Zimele-Frauen zu einer Cresh. Mit dem Fliegerlied konnten wir den zunächst erschrockenen Kinder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Von dort aus ging es mit Pastor Arne weiter zur nächsten Gruppe, die sich um alte und bedürftige Nachbarn kümmert (Home Base Care). Gemeinsam besuchten wir drei alte Damen und brachten ihnen ausreichend Nahrungsmittel. Wir waren von den Lebensumständen und den biographischen Hintergründen betroffen, aber auch berührt von dem Engagement der Home-Base-Care Frauen.

Anschließend fuhren wir zu einer Grundschule, wo wir mit traditionellen Liedern und Tänzen begrüßt wurden. Die Waisenkinder wurden von den Frauen mit einem Essenspaket für den Tag versorgt. Gemeinsam mit den Zimele-Frauen fuhren wir weiter zu unserer nächsten Station, an der wir mit einem wunderbaren und vielfältigen Mittagessen versorgt wurden. Xolani berichtete uns von den Hintergründen der Frauen in der Community und ermöglichte uns einen tiefer gehenden Einblick in das Leben hier.

Nach dem Mittagessen saßen wir zusammen mit der Gruppe für Landwirtschaft unter einem schattigen Baum im Garten und fuhren anschließend zu einer weiteren Craft-Gruppe. Die Gruppe traf sich in einem Rondavel, in dessen Mitte sich ein Altar befand. Vor dem Altar waren wunderschön gefertigter Schmuck und traditionelle südafrikanische Kleidung ausgebreitet. Die Frauen erklärten uns, wie der Schmuck hergestellt wird und zu welchem Anlass die Kleider getragen werden. Zwei aus unserer Gruppe durften in die Kleider schlüpfen und den außergewöhnlichen Schmuck tragen. Im Anschluss daran fuhren wir zu einem weiteren Haus, in dem uns Schmuckstücke einer Beeding-Group gezeigt wurden. Wir bestaunten die handgefertigten Ketten und Armbänder und bekamen eine Einweisung in die Aufgaben des verantwortlichen Clusters. Zum Abschied versammelten wir uns vor dem Haus und die Frauen sangen für uns. Als Abschiedsgeschenk bekam jeder von uns ein liebevoll gefertigtes Armband in den Farben der Deutschlandflagge. Wir sangen gemeinsam das irische Segenslied und überreichten im Gegenzug Postkarten unserer Heimatstädte und Süßigkeiten für die Kinder. Zusammen mit Xolani fuhren wir nach St. Lucia, wo wir bis Sonntag in dem International Backpackers bleiben werden. Nachdem wir unsere schönen Doppelzimmer unter Avocado-Bäumen bezogen hatten, ließen wir den Abend gemeinsam an der Bar ausklingen.

Autorinnen: Lena und Ronja

Tag 10 – Kakerlaken und der südafrikanische Sternenhimmel

Es war noch nicht ganz sechs Uhr in Winterton/MaSwazini und die ersten von uns standen bereits vor der Hütte, um sich die Zähne zu putzen und für den Tag fertig zu machen. Nach einem kräftigen und letzten Frühstück, was uns die Frauen der Community liebevoll zubereiteten, ging es nach einer kleinen Abschiedszeremonie mit unserem Minibus inkl. Fahrer nach Durban. In dem Minibustaxi herrschte Aufbruchstimmung, aber auch Müdigkeit, denn viele von uns hatten in der Nacht wieder nicht gut geschlafen und dösten vor sich hin.
Nach einer ca. dreistündigen Fahrt kamen wir in Durban am Stadion an – unsere erste Etappe für diesen Tag.
Wir aßen kurz Mittag mit Nkonzo (ehemaliger Stipendiat und Freund von Vezuthando) und machten uns dann auf den Weg nach Mtubatuba, einem weiteren Wirkungsort von Zimele. Wir glaubten unseren Augen kaum, als wir das Shuttle sahen, dass uns nach Mtubatuba bringen sollte – Klimaanlage, WIFI und komfortable Sitze, wir fühlten uns nach zwei Tagen Community, kurz in einer anderen Welt.

Nach ca. 3 Stunden Fahrt trafen wir auf Xolani, einem Mitarbeiter von Zimele, der uns die nächsten Tage begleitete.
Er nahm uns mit in die Community von Mtubatuba und zeigte uns in welchem Rondavel wir unser nächstes Heim finden sollten. Im ersten Moment waren wir überrascht, es war ein schöner grüner Raum mit viel Platz, so dass wir dachten dort ruhig schlafen zu können. Wir stellten unsere Backpacks ab und fuhren mit Xolani zu eines der Häuser der Community. Als wir auf das Grundstück kamen, wurden wir gefeiert und überwältigt von der Gastfreundschaft.
Es waren sämtliche Frauen aus den verschiedenen Selbsthilfegruppen zusammen gekommen, um sich zu präsentieren, zu singen und zu tanzen. Der krönende Abschluss bildete das für uns zubereitete Essen – lecker.

Mit vollen Bäuchen fuhr uns Xolani zurück zu unserem Schlafplatz. Hier mussten wir allerdings feststellen, das ein großes Insekt unser Schlafzimmer einnahm und wir es mit Pfefferspray versuchten zu bekämpfen. Leider beachteten wir nicht, dass Pfefferspray Reizungen jeglicher Art auslöst, so dass wir uns nach der Bekämpfung, alle erst einmal im Freien aufhielten mussten. Zurück im Rondavel lag Einigen von uns der 'Schock' der Insektenbekämpfung noch im Blut, und als ob der große schwarze Käfer für diesen Abend nicht genug gewesen wäre, krabbelten zu guter Letzt noch Kakerlaken aus dem Rondovel-Dach. Wir bekämpften auch diese erfolgreich, allerdings war an Schlaf erst einmal nicht mehr zu denken. Ich versuchte die Mädels etwas zu beruhigen und eine Lösung zu finden, schließlich wollten wir die Gastfreundschaft der Community Leute nicht in Frage stellen. Letztendlich entschlossen wir uns ein Matratzenlager unter dem südafrikanischen Sternenhimmel aufzuschlagen und schlummerten in unseren Schlafsäcken eingemurmelt so langsam ein.

Autorin: Anja

Tag 9 - Sleepless in Winterton/MaSwazini

Diese Nacht haben wir alle nicht gut geschlafen. Mag es am Vollmond gelegen haben?! Oder an den Geräuschen der Tiere!?
Zum Glück war um 5.30 Uhr schon die Nacht rum, da wir die Kinder auf ihrem Weg zur Schule begleiten wollten.Für den in unseren Augen doch sehr langen Fußweg, konnten wir nach den Strapazen von einer Stunde dafür dem Schulchor lauschen.
Zurück in der Community stärkten wir uns mit Porridge und Sandwiches für die nächste Aktion. Diese beinhaltete ein Rondovel mit Lehm, mit den Händen zu verputzen. Nach einer kurzen Pause ging es erneut durch die Hitze zu einer Kinderkrippe. Dort strichen wir nach einem langen, beschwerlichen Weg die Wände des Raumes blau. Um uns vor der Farbe zu schützen zogen wir uns Kittel und Blusen an. Daraus machten wir uns einen Spaß :-)

Zu Mittag gab es Hühnchen mit selbstgebackenem Brot, Krautsalat, scharfem Tomatensalat und Bohnen in Soße – sehr lecker!!!

Nach einem langen Mittagsschlaf zeigten uns die Zimele-Frauen wie sie Perlen zu Ketten und Armbändern kreieren.
Einige von uns machten sich selber Schmuck. Wir saßen mit den Ladies sehr harmonisch vor den Hütten, bis sich eine betrunkene Frau dazu gesellte. Uns erschrak das, zum ersten Mal wurden wir mit der Alkoholproblematik konfrontiert.
Doch zum Glück konnten wir uns auf einen Zulu-Abschiedsabend feuen. Mit leckerem traditionellem Essen wurden wir verwöhnt. Der Abend fand ein schönes Ende mit gemeinsamen Fotos gucken und südafrikanischer und deutscher Sing- und Tanzeinlagen. Den schönen und traurigen Zulu-Abschiedsgesängen entgegneten wir mit dem vielen bekannten irischen Segenslied: "Möge die Straße".

Auf geht's nach Mtubatuba!

Autorinnen: Line und Jenny

Tag 8 - Ankommen in Winterton/MaSwazini

Obwohl wir heute Morgen hätten ausschlafen können, tickte die südafrikanische Uhr in uns und wir waren alle schon früh auf den Beinen. Nach einem ausgewogenen Frühstück wurden wir um 11 Uhr abgeholt um uns auf den Weg nach Winterton zu machen. Nach einem kurzen Stop im Superspar, konnten wir im Craft Center verschiedene Produkte von Zimele erwerben. Von dort fuhren wir in unsere neue Unterkunft in Winterton/MaSwazini. Wir wurden sehr herzlich begrüßt und bekamen ein leckeres Mittagessen serviert. Gestärkt besichtigten wir das “Bushmann-Paintig”, wo wir alte Höhlenmalerein bewundern konnten.

Zur Abkühlung gab es einen Gebirgsbach, wo wir relaxen konnten und um unsere Füße von der letzten Hiking-Tour zu entspannen. Wir lernte das kühle Nass besonders zu schätzen, da wir zurück in unserer neuen Unterkunft erst einmal Wasser mit Eimern holen mussten. Denn hier gibt es weder fließendes Wasser, noch Strom aus der Steckdose. Abgerundet wurde der Tag mit einem scharfen Festmahl im Kerzenschein. Wir erfuhren die Gastfreundlichkeit der Menschen, indem sie unsere Schlafstätten mit Matratzen und Kissen ausstatteten. Wir passten uns der südafrikanischen Zeit an, gingen schon bei Sonnenuntergang schlafen und standen bei Sonnenaufgang um 5:30 Uhr wieder auf. Wir freuen uns auf den nächsten Tag!

Autorinnen: Ronja und Anna

Tag 7 - Gipfelstürmer

In der Morgendämmerung ging es los zu unserer Hiking Tour. Nach einem selbst zubereiteten und sehr vitaminreichen Frühstück fuhren wir mit dem Minibus zwei Stunden Richtung Drakensberge. Den ersten Teil der Strecke legten wir umgeben von Nebelschwaden zurück. Unsere beiden Guides halfen jedem der etwa 20-köpfigen Gruppe über schwierige Stellen des Weges hinweg. Die Gruppe bestand größtenteils aus Deutschen in unserem Alter. Auf dem Weg bergauf kamen wir kräftig ins Schwitzen; besonders die Kletterstrecke mit über 250 Höhenmetern lies uns oben angelangt erleichtert aufatmen. Leider wurde bei der anschließenden Mittagspause in 3121 Metern Höhe die Aussicht auf das Amphitheater (Bergwand, 5 km lang, Felsen fallen teilweise über 500m senkrecht ab) sowie Backpacker durch den dichten Nebel verwehrt. Nach unserem vom Backpacker bereitgestellten Lunchpacket kamen wir wieder zu Kräften und machten uns auf den Weg zum Wasserfall. Der Tugela Wasserfall ist der zweitgrößte der Welt und fällt vom Bergplateau 948 Meter in die nebelige Tiefe. Umgeben von Schafen und Gebirgskräutern konnte wir unsere Füße im klaren Wasser kühlen. Sobald wir das Plateau überquert hatten, riss die Nebeldecke auf und wir konnten das atemberaubende Panorama bewundern.

Leider konnten wir so auch alle Details unserer nächsten Station auf dem Weg ins Tal erkennen: Hängeleitern aus Stahl, die meterweit an dem Felsen entlang in die Tiefe führten. Wir mussten unseren gesamten Mut zusammennehmen, um über die 6 und 18 Meter langen Leitern auf das nächste Plateau zu gelangen. Mit wackeligen Knien, aber sehr stolz und erleichtert kamen wir unten an. Bei strahlendem Sonnenschein legten wir unseren Weg ins Tal fort. Jetzt konnte wir auch die Bewohner des Berges in der sattgrünen Landschaft ausmachen: Paviane und Klippschliefer. Erschöpft vom langen Abstieg knickte Eine unserer Gruppe mit dem Knöchel um, konnte aber sicheren Fußes und ohne Schmerzen die Busstation erreichen. Glücklich und müde machten wir uns auf den zweistündigen Weg zurück ins Backpacker. Die selbstgekochten Spaghetti mit Salat bildeten den krönenden Abschluss eines schönen und anstrengenden Tages.

Autorinnen: Lena und Ronja

Tag 6 – Thanks!

Heute Morgen mussten wir Thandas Backpacker um 7 Uhr verlassen. Als ob der Abschied uns nicht schon so schwer gefallen wäre, haben uns Thanda und ihre Schwester Londi noch zwei Dankeslieder während dem Frühstück vorgesungen.

Nach emotionalen Umarmungen war es an der Zeit sich mit acht Backpackern in den bestellten Taxibus zu quetschen. Dieser brachte uns nach Pietermaritzburg, wo uns Kim schon erwartete. Mit all unserem Gepäck saßen wir zu sechst im Kofferraum des Pickups. Dank diverser Zwischenstopps wurde uns die lange Fahrt in die Drakensberge erleichtert.

Nach einer kleinen Stadtrundfahrt hielten wir am Mandela-Denkmal. An dieser Stelle wurde er verhaftet. Anschließend fuhren wir an einen Touristenort "Howick". Dort gab es neben einem 94 Meter hohen Wasserfall auch jede Menge schöner Andenken zu kaufen. Einige deckten sich mit bunten Stoffhosen oder südafrikanischen Schmuckstücken ein.

Nach einem weiteren Stopp beim Spar fuhren wir mit noch mehr Gepäck (Lebensmittel für unser Wochenende in den Bergen) weiter zum Backpacker.
Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als wir das Anwesen erblickten. Neben Jacuzzi und "echten Duschen" gibt es auch eine Chillout-Lounge mit Restaurant und Livemusik. Mit der ersten Dusche nach fünf Tagen, ließen wir den Tag bei einem knackigen, selbstgemachten Salat ausklingen.

Wir sind sehr froh und dankbar hier zu sein und auch diesen Teil Südafrikas kennenlernen zu dürfen.

THANKS A LOT!

Autorinnen: Line und Jenny

Tag 5 – Überraschungen

Die Nacht war kurz. Das Krähen des Hahnes weckte die Ersten von uns bereits um halb sechs und der Wecker den Rest der Gruppe. Wir schälten uns langsam aus unseren Schlafsäcken, bevor wir uns unserer spärlichen Morgentoilette widmeten.

Nach dem wieder sehr liebevollen hergerichteten Frühstück von Thanda, standen heute zwei Schulbesuche auf dem Programm. Zur ersten Schule liefen wir und wollten uns das Morgengebet anhören, bevor wir mit den Zimele Frauen (OVC's) Schuluniformen an Waisenkinder verteilten. Leider hatte das Gebet schon begonnen - alle Schulklassen standen bereits auf dem Schulhof - so dass wir uns unaufmerksam zu einem Ort in der Mitte des Schulhofes bewegen sollten. Das ist uns leider nicht so gut gelungen, denn als die SchülerInnen uns sahen war von Ruhe und Gebet keine Rede mehr. Alles wurde laut und kicherte um uns herum, wir wurden zur Attraktion des Tages :) Als sich die Menge wieder beruhigt hatte wurden wir mit einem schönem Gebet überrascht und eigens für uns gesungene Lieder.

Die zweite Schule lag ein paar Kilometer weiter außerhalb von Swayimane. Wir fuhren mit einem Minitaxi dorthin.
Auch hier wurden wir wieder mit einem sehr schönen Gesang von den Schülern überrascht, einige von Ihnen tanzten sogar den traditionellen Zulutanz. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Gruppe, ging es wieder an die Verteilung der Schuluniformen und wir hörten uns eine Präsentation vom OVC vor Mama Zumas Haus an.

Nach den vielen Überraschungen knurrte uns dann doch etwas der Magen, und wir machten uns auf den Weg zum Mittagessen bei einer der 'Homebase Car Ladys'. Auch hier waren wir völlig überrascht. Zum einen war es ein sehr komfortables Haus in der Gegend, in das wir einkehrten (WC im Haus etc.) und zum anderen wurde uns hier ein wirklich tolles Mittagessen gezaubert – Reis, Curry, Salate, Pumpkin, etc. Sehr, sehr lecker, Danke! :) Danach chillten wir ein wenig in der Sonne, bevor wir mit den OVC Ladys Essenspäckchen verteilten. Diese Päckchen werden an Waisenkinder verteilt, die teilweise bei Familienangehörigen aufwachsen, aber nicht genug zu Essen haben.

Dann ging es für diesen Tag zurück zu Thanda. Leider hat uns der Chief auch für diesen Tag abgesagt, so dass wir ihn wohl nicht mehr sehen werden. Einige von uns gingen noch ein letztes Mal zum Wasserfall, bevor wir, im Gegensatz zum Vorabend, einen Zuluabend starteten. Mama Zuma und Nolongizo begleiteten und sangen am Abend Lieder für uns, so dass uns ganz warm ums Herz und feucht in den Augen wurde. Der letzte Abend bei Thanda bleibt somit unvergessen.

Autorin: Anja

Tag 4 – Emotions 'up and down'

“Wooow, selbst gebackenes Brot zum Frühstück von Thanda!”. So begann unser Tag schonmal gut! Und es ging genauso weiter...

Die erste Einrichtung, die wir heute besuchten war eine Cresh, also ein Kindergarten. Die Kinder waren sichtlich erstaunt, beinahe erschrocken, über unser Auftreten und ein wenig sprachlos, als die Gruppenleitung mit ihnen ein Begrüßungslied singen wollte. Aller Anfang ist schwer, doch nach ein, zwei Liedern kamen Groß und Klein in Kontakt. Gemeinsam erlebten wir südafrikanische und deutsche Sing- und Kreisspiele.
Von dort fuhren wir zur Pre-School von Zimele. Dort wurden wir wie Popstars empfangen. Die Kinder jubelten als wir in den Klassenraum traten und schienen sich über unseren Besuch sehr zu freuen. Sie legten direkt los und begrüßten uns mit Liedern in Zulu und in Englisch. Kaum ein Kind konnte sich noch auf seinem Stuhl halten. “Up and down” und “We are dancing” zählen inzwischen zu unseren Lieblingsliedern. Mindestens genauso begeistert waren alle als wir ihnen klassische deutsche Kinderlieder beibrachten. Ein besonderes Highlight war unser “Ententanz”, der den Kindern und nicht zuletzt auch uns noch lange in den Ohren nachklingen wird. Mit einem leuchtenden Strahlen in den Augen verabschiedeten wir uns.

Doch erst die “Arbeit”, dann das Vergnügen... Wir hatten anschließend die Möglichkeit uns mit jungen Erwachsenen zwischen 18 und 28 Jahren aus der Life-Skills-Gruppe auszutauschen. Sie erzählten von ihren (Berufs-) Wünschen, Träumen und Hoffnungen. Dieser Eindruck war sehr tiefgründig und persönlich.
Um uns zu stärken, wurden wir für den alltäglichen Lunch in Mama Zumas Haus eingeladen, wo es typisch südafrikanische Speisen gab. Lecker!
Am Nachmittag durften wir zwei Damen vom “Home Base Care” begleiten. Sie betreuen und verpflegen Menschen in ihrem Zuhause, die sich in einer besonders schwierigen Situation befinden. Zuerst besuchten wir einen Mann, der an Tuberkulose und Aids erkrankt ist und überwiegend von seiner Mutter versorgt wird. In einem Gespräch mit der Familie wurde uns deutlich, dass die Versorgung von kranken Menschen nicht einfach ist, weil beispielsweise der Weg ins Krankenhaus sehr weit ist. Trotzdem konnten sie in unserem Besuch eine willkommene Abwechslung sehen. Ähnliche Eindrücke konnten wir während unseres zweiten Hausbesuchs sammeln. In dieser Familie ist die Mutter kürzlich verstorben, der Vater selbst, sowie die Kinder sind an Aids erkrankt.
Beide Besuche zeigten uns, dass Aids insbesondere in Südafrika weiterhin ein großes Problem darstellt. Wir waren sehr betroffen von den Lebensumständen dieser Menschen und diese Eindrücke wirbelten verschiedene Emotionen hoch, so dass jeder von uns sehr nachdenklich diese Familien verließ.
Anschließend hätten wir ein Meeting mit dem Chief gehabt, der das Meeting jedoch aus zeitlichen Gründen auf Morgen verschieben wollte. So hatten wir etwas mehr Zeit den deutschen Abend vorzubereiten. Verschiedene Mitarbeiter rund um Zimele sollten unsere Gäste sein. Wir bereiteten Tomaten- und Kartoffelsalat, Würstchen und selbst gemachte Frikadellen vor, inklusive deutschem Tischgebet und Fotoshow der bisherigen Erlebnisse. Der Abend war gelungen! Ein besonderes Highlight waren die Abschiedslieder von Mama Zuma und Nolongizu eine Mitarbeiterin von Zimele, die uns zu Tränen rührten.

Sonnige Grüße,
Autorinnen: Anna, Jenny & Melanie

Tag 3 – Die Felderfahrung

Nach unserer morgendlichen Katzenwäsche und einem liebevoll hergerichtetem englischen Frühstück wurden wir von Hannes, einem Mitarbeiter von Zimele, mit dem Pickup abgeholt. Die Fahrt auf der Ladefläche war wie gewohnt abenteuerlich.
Ausgerüstet mit Saatgut, Dünger, Schaufeln, Handschuhen und Gummistiefeln erreichten wir Mama Evis Feld. Willkürlich und doch nach südafrikanischer Ordnung schmissen wir mit Dünger und Saatgut um uns, um es so neu einzupflügen. Auch wenn der wolkenverdeckte Himmel etwas vor der Sonne schütze, war die ungewohnte Arbeit sehr schweißtreibend. Unsere Arbeit war sicherlich nicht perfekt, aber dennoch wurde sie als Unterstützung angesehen. Hand in Hand haben wir mit den Mitgliedern der Community das gesamte Feld, ca. 1600 qm, bearbeitet, und sind optimistisch, dass die Bohnen sprießen. In drei Monaten werden wir zum Bohnen essen wiederkommen ;-).

In Mama Evi's Rondovell hatten wir die Gelegenheit uns mit reichlich lokalen Köstlichkeiten zu stärken. Es gab Maiskolben aus dem eigenen Garten, belegte Sandwiches nach südafrikanischer Art, Papp und grüne Bohnen.

Nächster Stop war der Besuch eines Clustermeetings. Hier treffen sich verschiedene Mitglieder der Selbsthilfegruppen um ihre aktuellen Projekte zu besprechen, wie z.B. die Finanzlage. Dort lernten wir auch Mama Zuma kennen. Sie ist sozusagen die Stimme der Community – völlig zurecht, denn ihre Präsenz und Ausstrahlung ist bewundernswert! Aber auch die Stimmen der anderen Mitglieder waren beeindruckend. Bei einem gesungenen Abschlussgebet gaben sie sie zum Besten, sodass wir uns mit Gänsehaut verabschiedeten.

Plötzlich wechselte das Wetter, es wurde kalt und regnerisch, unsere Stimmung kippte und die große Frage: zu Fuß oder mit dem Taxi?! Wir liefen los und hatten das Glück, dass uns jemand mit unserem Lieblingsauto, dem Pick-Up, diesmal eine noch größere Herausforderung, ohne Matratze, bis zum Backpacker Hostel brachte.

Wir ließen den Abend bei einem leckeren Dinner ausklingen.

Liebe Grüße
aus dem Rondavel

Autorinnen: Anna, Jenny & Melanie

Tag 2 – Back to the roots / Khalanga Backpackers

Nach einer bequemen Fahrt im Minibus zusammen mit unserer Gastgeberin Thanda sind wir gestern ohne weitere Zwischenfälle im Khalanga Backpackers angekommen. Wir wurden herzlich von Nolu, einer Mitarbeitern von Zimele, und Londi, der Schwester von Thanda begrüßt. Nachdem wir unser Gepäck im Rondavel (ein traditionelles südafrikanisches Rundhaus) verstaut hatten, besuchten wir eine Saving-Group (SHG) von Zimele. Die Frauen aus der Community stellten uns das Projekt vor und waren offen für unsere neugierigen Fragen. Auf dem Heimweg zu Thanda konnten wir einige Frauen der Gruppe noch näher kennen lernen. Bei Thanda angekommen, konnten wir uns nach dem erlebnisreichen Tag um die 30 Grad mit dem klaren Wasser aus dem Wasserschlauch in der Wiese erfrischen. Anschließend bereitete Thanda uns ein Festmahl unter Sternenhimmel zu. Mit den weiß bezogenen Stühlen mit goldenen Schleifen und dem vielfältigen Angebot aus Soßen, Hühnchen, Gemüse und Papp fühlten wir uns bestens versorgt. Obwohl wir müde von dem Tag waren, saßen wir noch lang mit Thanda bei Kerzenschein zusammen und hörten uns die Entstehungsgeschichte ihres Gasthauses an. Erschöpft und glücklich fielen wir auf unseren Luftmatratzen in einen tiefen Schlaf.

Geweckt vom ersten Hahnenschrei, haben wir uns nach einer Katzenwäsche zum Frühstück eingefunden. Gestärkt mit Porridge, Toast und Kuchen, machten wir uns zu Fuß auf den Weg zu unserer ersten Station des Tages. In Mama Zumas Haus wurden wir von Kim empfangen, einer Mitarbeiterin von Zimele. Kim und Londi führten uns in das Computer-School Projekt ein und wir konnten uns mit den Schülern über ihren Unterricht austauschen. Im Anschluss daran konnten wir dem Treffen einer Craft-Group beiwohnen und der Koordinatorin Julia weitere Fragen stellen.
Die Frauen der Gruppe stellen beispielsweise genähte Produkte wie Teewärmer und Schürzen mit dem Zimele-Emblem her. Nach einer aufrüttelnden Fahrt auf der Ladefläche von Kims Pickup, gedämpft durch eine Matratze – the African Way of Travelling – erreichten wir unser nächstes Projekt. In einem gefühlte 40 Grad kühlen Rondavel hatten sich die ca. 20 Frauen versammelt um ihre Ketten an Zimele zu verkaufen und neue Materialien einzukaufen. Wir wurden begeistert begrüßt und waren beeindruckt davon, wie gut die Frauen mit der Hitze umgingen. Nachdem eine der Frauen uns einen Zulu-Tanz gezeigt hatte ging es für uns wieder in den Pickup und weiter zum nächsten Craft-Projekt. In einem Rondavel hoch oben auf einem Berg fertigten die Frauen bunte Perlenketten an. Wir versuchten ihnen bei der Arbeit zu helfen indem wir bunte Schnüre aufwickelten. -Es blieb bei einem Versuch, denn die Schnüre wickelten eher uns auf. Die Frauen des Projekts halfen uns mit flinken Fingern und viel Humor aus der Patsche.
Nach dieser Begegnung fuhr Kim uns zurück zu Thanda wo das Highlight des Tages folgte: ein Besuch beim nahe gelegenen Wasserfall. Gemeinsam mit unserer Gastgeberin stürzten wir uns in das kühle Nass und erfrischten uns nach dem heißen Tag (34 Grad!). Wie schon gestern aßen wir anschließend gemeinsam unter freiem Himmel zu Abend. Dabei bemerkten wir ein nahendes Gewitter, welches wenig später an uns vorbeizog, während wir es uns im Rondavel gemütlich machten.

Autorinnen: Ronja und Line

Tag 1 – Südafrika, wir kommen

Nach fast 30 Stunden Anreise sind wir, das diesjährige Build & Ride Team, gestern Abend in Durban gelandet und haben die erste Nacht in einem Hostel verbracht. Zu unserer Gruppe gehören Anna, Melanie, Jenny, Lena, Ronja und Line. Unsere Projektleiterin Anja ist gemeinsam mit dem Fotograf Manuel schon einige Tage in Südafrika. Die Anreise war sehr lang und stressig, was sicherlich auch mit unserem 10-stündigen Aufenthalt am Dubai Airport zusammenhing. Dort haben wir zwar versucht, etwas zu schlafen, doch konnten wir leider keine komfortablen Sessel finden, in denen man sich richtig ausruhen hätte können. Also haben wir mit den spartanischen Sitzplätzen Vorliebe genommen und es kam eher zum permanenten Einnicken und wieder Aufschrecken, als zu wirklichem Schlaf. Gut war, das wir mit Emirates Airlines geflogen sind. Wir waren wirklich alle super begeistert von dem Essen, dem Service und dem Komfort auf beiden Flugstrecken. Mit eigenem Bildschirm und zig aktueller Musik und Filmen ließ es sich auch mal 8 Stunden im Flieger aushalten. Trotzdem waren wir mehr als gerädert und umso froher, als wir die letzte Passkontrolle in Durban hinter uns lassen konnten.

Anja und Manuel standen schon mit einem kleinen Empfangskomitee bereit und haben uns mit einem Minibustaxi zu unserer Unterkunft gefahren. Die war wirklich super schön (mit Pool) und einige haben die Chance der späten Stunde noch einmal genutzt und sind nach der bestellten Pizza in den Pool gehüpft. Heute morgen um 8 Uhr sind es schon knapp 30°C und wir waren fast alle (außer den Langschläfern Line und Melanie) im Meer schwimmen, was gleich an das Backpackerhostel grenzt. Gleich gibt's Frühstück und dann müssen wir diesen wirklich tollen Ort leider schon verlassen, denn es geht back to the roots. Wir fahren nach Swayimane/Khalanga Backpackers und werden dort bis Samstag wohnen!

Das heißt, ihr werdet erst wieder nach dem Wochenende von uns hören, da es dort kein Internet gibt. Unsere letzte Dusche haben wir auch genossen, denn wir werden fünf Tage ohne fließend Wasser sein. Bis dahin, viele Grüße aus Südafrika :-)

Autorin: Line