Simbabwe 2011

Tag 22

Der letzte Tag im simbabwischen Paradies ist angebrochen. Dieser stand im Zeichen von totaler Entspannung, denn es gab kein Programm. Jeder konnte also tun und lassen was er wollte. Sagen wir es mal so: An Möglichkeiten zur Entspannung mangelt es gewiss nicht. So kann man hier Helikopter fliegen, Pferde reiten oder sich mit dem Fahrrad durch die Landschaft quälen. Unglücklicherweise ist man da mit mindestens 100 Dollar pro Aktivität dabei. Das gibt die studentische Sparbörse in der Regel leider nicht her. So begrenzten sich die meisten der Gruppenmitglieder auf sehr preisgünstige Aktivitäten, z.B. in der Sonne liegen, durch Souvenirkäufe die hiesige Wirtschaft ankurbeln oder sich für 15 $ Dollar für 45 Minuten durchkneten zu lassen.
Diese Entspannung wird nötig sein, denn morgen beginnt unsere Rückkehr nach Deutschland mit der Etappe Victoriafälle- Harare. Wenn es glatt läuft wird das 16 Stunden dauern. Aber Afrika hat schon häufig bewiesen, dass es stets viele Überraschung bereit hält ;)

Liebe Grüße

Tobias

Tag 21

So, Tag 2 im Städchten „Victoria Falls“ ist angebrochen. Aber so wirklich wie Urlaub beginnt er nicht, denn wir brachen bereits um 7 Uhr nach Botswana auf, um den dort „Chombe“-Nationalpark zu besuchen. Dieser gilt als der Schönste des südlichen Afrikas-und das nicht nur wegen der knapp 100 000 Elefanten die dort leben. Na, ich war gespannt, ob er den „Krüger“- Nationalpark in Südafrika übertrumpfen kann, denn auch der hatte bei meinem Besuch vor ein paar Jahren eine ganze Menge zu bieten. Holger hegte daran keine Zweifel ..
Diese Safari war in 2 Hälften unterteilt. Der erste Teil fand auf dem Wasser statt und der Zweite auf dem Land. Uns stand also ein schön tagesfüllendes Programm bevor. Sehr pünktlich begann dann unsere Fahrt zur See...

Das Boot sieht ja schon mal seetauglich aus. Das ist doch schon Mal ein guter Anfang...

Eine Menge schöne Vögel gab es zu sehen, ...

… aber auch eine ganze Menge Krokodile in allen Größen.

Mit 40 km/h Höchstgeschwindkeit potenziell sehr schnelle und gleichermaßen gefährliche Flusspferde gab es auch in rauen Mengen zu sehen.

Nach einem kleinen Lunch ging es dann weiter zu einer kleinen Landsafari.

Ich glaube, es gibt nur selten die Gelegenheit so viele Elefanten aus nächster Nähe zu sehen! Einfach nur majestätisch, diese friedlichen Giganten beobachten zu dürfen.

Selbiges gilt für Giraffen!

Daneben gab es noch eine Menge Impalas und Warzenschweine zu sehen.

Jetzt muss ich aber mit den Bilder aufhören, ansonsten will mir der Webmaster bei unserer baldigen Rückkehr wohl noch an die Wäsche- aber nicht aus Zuneigung ;)

Liebe Grüße

Tobias

Tag 20

Es war so gegen 10 Uhr am Morgen, als ich die Augen öffnete. Ich stellte rasch fest, dass ich nicht an meinem vertrauten Schlafraum aufgewacht bin, sondern an einem Ort, wo es funktionierende Stromschalter gibt. Als ich ich den Raum verließ, lief ich über eine kleine sattgrüne Wiese einer Lodge, in der es eine Bar, einen Pool, Kaffee, Fernseher und eine Menge Bier trinkende Briten gibt. Wo bin ich? Ist das noch Simbabwe oder bin ich schon Gott in Frankreich?

Aber tatsächlich, ich bin noch in Simbabwe, genauer gesagt in dem Städtchen „Victoria Falls“ an der Grenze zu Sambia und Botswana. Der Urlaub im Urlaub hatte also nach einer fast 25 stündigen Odyssee am Vortrag tatsächlich begonnen. Hier gibt alles, was das „westliche Herz“ begehrt. Hier erinnert nichts an die verschlafene Region Zhombe, oder an die zahlreichen Probleme des Landes. Hier herrscht der pure Kommerz! Aber wenn ich ehrlich bin, nehme ich daran keinen Anstoß.
Wie man am Namen der Ortschaft sicherlich schon leicht erkennen kann: Wir sind an einem der sieben Weltwunder der Natur- den Victoriafällen. Diese werden von Simbabwe und Sambia gleichermaßen geteilt. Diese Naturschönheit ist die touristische Lebensader beider Länder.
Ich glaube, ich sollte nicht mehr viele Worte verlieren, sondern meine Bilder sprechen lassen. Genießt es!

Wenn es tatsächlich einen Gott gibt, dann hat hier sein Meisterstück abgeliefert!

Liebe Grüße

Tobias

Tag 19

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Gruß Tobias

Tag 18

Da sitzen wir nun am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel von Simbabwe. Es wird der Letzte sein, denn morgen brechen wir in aller Frühe zu den 700 km entfernten Victoriafällen auf. Ich schwanke zwischen Vorfreude auf das Kommende und Traurigkeit über den Fakt, dass eine Zeit endet, die für alle Beteiligten in vielerlei Hinsicht ein Gewinn war.
Der Tag begann für mich ungewöhnlich, denn ich musste eine Ziege zur Grundschule bringen. Hört sich ja gar nicht mal so schwer an, oder? Allerdings war die Gute sehr widerspenstig und wandte alle Tricks an, die man als Ziege so im Widerstands-Repertoire hat, z.B. sich bockig auf den Boden werfen und nicht wieder aufstehen wollen. So musste sie zeitweise getragen werden. Ihrer Bestimmung konnte sie trotzdem nicht entgehen. ;)
Da heute ja die „Farewell-Party“ für die Kinder und Lehrer anstand, mussten wir 300 Ballons aufblasen. Das war ein Offenbarungseid für die Lunge eines Jeden. Lustigerweise waren die der ehemaligen Raucher in dieser Übung gar nicht mal die Schlechtesten. Umringt von einer Traube von Kindern gingen wir mit den mühevoll aufgeblasenen Ballons in die jeweiligen Klassenzimmer und haben ein kleines Programm für die erfreuten Schüler veranstaltet. Schön, wenn Menschen so leicht zu beeindrucken sind :)

Nach einer sich daran anschließenden kleinen Abfolge von Reden, welche erfrischend unpathetisch und kurz waren, ging es dann zu einem einmal mehr sehr reichhaltigen Essen. Dieses bestand aus Sadsa, Reis, Hühnchen-sowie Ziegenfleisch . Das ist für simbabwische Verhältnisse ein echtes Festtagesessen und somit eine echte Werteschätzung für unsere Arbeit.
Nach den ersten Stunden hier hätte ich nie und nimmer erwartet, dass ich das jetzt schreibe werde, aber schade, dass es schon vorbei ist, denn es war ein echter Gewinn für alle. Wir waren 2 Wochen „back-to-the-roots“. Hoffentlich nehmen wir viel von diesem Gefühl mit nach Hause, wenn wir dann wieder ins Laufrad des Alltags steigen.

Mit besten Grüßen

Tobias

Tag 17

Bevor wir wieder nach Zhombe aufbrachen, machten wir einen kleinen Zwischenstopp im Schlangenpark von Kwekwe. Dort wurden wir über die einheimischen -meist sehr giftigen- Schlangen wie die Kobra, Puffotter oder die schwarze Mutter aufgeklärt. Nur gut, dass wir das erst am Ende unserer Reise erfahren haben, ansonsten hätte sicher der eine oder andere in der Nacht kein Auge mehr zu bekommen;)
Am Abend waren wir dann zu Mr. Konke, einem Lehrer der Schule, zum Essen eingeladen. Während Elke, Felix und Tina tolle vegetarische Gerichte zauberten, hatte ich mit den Tücken eines afrikanischen Grills zu kämpfen. So färbte der erste Rost farblich sehr auf der Fleisch ab. Auch der zweite Versuch, bei welchem der Rost durch Holzstöcke ersetzt wurde, war nicht unbedingt mehr von Erfolg gekrönt. Erst mit dem rasch herbeigebrachten Maschendraht war Grillen grundsätzlich möglich, ;)
Pünktlich um 16 Uhr stand das Essen dann fertig auf dem Tisch. So weit, so gut. Nur war leider kein einziger deutscher Gast. Sie kamen im Durchschnitt mit 30 Minuten Verspätung an. Daher hat sich Mr. Konke mehr oder minder Spaßhaft über die deutsche Unpünktlichkeit beklagt. Normalerweise ist das ja immer andersherum ;)
Das Essen war aber trotzdem toll! Am Ende bedankte sich Mr. Konke für unsere Arbeit und wünschte uns eine gute Heimfahrt. In diesem Moment wurde mir klar, dass unsere Zeit in Zhombe jetzt zu Ende geht. So saß ich mit einem leisen Gefühl der Traurigkeit am Lagerfeuer und dachte darüber nach, was uns wohl auf der morgigen Abschiedsfeier sowie an den Victoriafällen erwarten wird.

Liebe Grüße nach Deutschland!

Tobias

Tag 16

Ich habe im Moment exakt nur ein Wort parat, welches diesen Tag zutreffend beschreibt: „Unglaublich!“.
Am Morgen brauchen wir nur mit 10 Minuten Verspätung ( die neue Bestmarke!) nach Mashwingo auf. Dort haben wir die Ruinen der Königs-sowie Tempelanlage von „Great Zimbabwe“ besichtigt.
Aber schon allein die Fahrt dorthin ist einige Worte wert. Zum Einen, weil wir verschiedene Passagiere auf dem Weg dorthin aufgenommen haben, um den Reisekosten für uns zu senken. Somit war die Reise doch zeitweise etwas sehr beengt. Zum Anderen gerieten in verschiedene Polizeikontrollen. Diese haben eigentlich zum Ziel, Autodieben schnell ihres neues Wagens zu entledigen. Allerdings gibt es Polizisten, die für diesen Service ein großzügiges Trinkgeld für angemessen halten. Dafür läuft's dann halt wie geschmiert. Bei uns waren 120 $ die Verhandlungsgrundlage. Diese weniger positiven Erlebnisse sollen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Fahrt aufgrund der tollen Landschaften ein sehr schönes Erlebnis war.
Da ich mir ehrlich gesagt nicht sicher bin, ob ich die Schönheit dieser Ruinen in Worte fassen kann, habe ich mich entschlossen kommentierte Bilder für mich sprechen zu lassen.

Schön, diese Bild erspart mir die erst kürzlich geschehene Geschichte von „Great Zimbabwe“ zu erläutern. ;)

Bereits von Weitem ist die gewaltige Festungsanlage auf der Anhöhe zu sehen.

Der Weg zu den Ruinen ist von einem scheinbar endlosen Heer von Affen bevölkert.

Neben der Festungsanlage selbst gibt es nach zahlreiche weitere Ruinen zu sehen.

Puh, der Weg nach oben ist nichts für vollschlanke Menschen ;)

Wer das geschafft hat, wird auf der Festungsanlage mit einem wunderschönen Panorama außerhalb belohnt, ...

… aber auch mit gut erhaltenen Gebäuden innerhalb.

Bei so vielen Sehenswürdigkeiten braucht man erst Mal eine Pause ;) (Tobias-Holger-Anne)

Tag 15

Tja, was schreibt man sinnvollerweise über einen Tag, wo man im Grunde nur im Transporter nach Kwekwe gesessen hat, bzw. auf Diesen sehr lange gewartet hat? Nichts. Deswegen lasse ich es ;)

Liebe Grüße

Tobias

Tag 14

Simbabwische Rhythmen dröhnen aus dem Radio, die Sonne sorgt draußen für angenehme 25 Grad und ich sitze hier schön im Haus und lasse das Ziegenfleisch vom Mittagessen sacken.
Heute stand der Foto-Workshop auf dem Plan, auf welchen ich mich schon die gesamte Zeit gefreut hatte. In diesem wurde einer Reihe von Kindern beigebracht, wie man mit Digitalkameras umgeht. Damit sollen sie dann ihr Alltagsleben für uns dokumentieren.
Dafür beschaffte Holger ein paar echt alte Kameras aus Deutschland. Die hatten zwar die eine oder andere Macke(oder wir waren einfach zu doof), aber für den Zweck haben sie voll und ganz gereicht. Kaum zu glauben, wie klobig die mal waren! Ich brauchte für meine Schülerin etwas Geduld, denn sie sagte auf alles nur mit treuen großen Augen „YES“. Dennoch waren direkte Handlungen danach nur sehr bedingt feststellbar. Nach knapp 90 Minuten hatte sie dann alles gelernt und bestand ihre „Prüfung“ in Fotoschießen recht solide. Dafür studiert man doch Pädagogik und Psychologie;)

Wie ich bereits erwähnte, gab es heute Ziegenfleisch. Leider haben nur sehr wenige Gruppenmitglieder dieses auch gegessen, obwohl es echt sehr lecker war. Der Grund dafür war, das wir den stundenlangen Leidensweg der Ziege miterleben mussten. Außerdem fanden wir heraus, dass alles ,mit Ausnahme der Knochen, gegessen wird. Spätestens als wir sahen, wie ein alter Mann genüsslich die Hoden der Ziege aß, war den meisten der Appetit endgültig vergangen - sehr zum Ärger der anwesenden Küchenfrauen. Am Abend gibt es dann wieder Ziegenfleisch, zubereitet über dem offenen Feuer. Auch wenn ich noch total voll bin, werde ich der Versuchung wohl nicht widerstehen können ;)

Morgen geht es dann zurück nach Kwekwe. Da muss dann erst mal gesundes Essen besorgt werden, ansonsten brauchen wir auf den Flügen zurück zwei Sitze. ;)

Mit besten Grüßen vom beginnenden Sonnenuntergang

Tobias

Tag 13

Mensch Leute, es ist schon wieder Halbzeit für uns hier in Simbabwe. In 13 Tagen um die Zeit sitzen wir schon wieder im Flieger nach Frankfurt. Bis dahin gibt es aber noch eine Menge zu erleben.
Heute ging es an die „Somalala secondary school“, was entfernt vergleichbar ist, mit unseren Gymnasien. Die Belegschaft sowie die Schüler hatten sich echt etwas für uns einfallen lassen. So sangen sie zur Begrüßung für uns die simbabwische Nationalhymne sowie traditionelle Lieder in den Landessprachen Shona und Debele. Überdies wurde eine kleine Rede über Emanzipation in der Schule gehalten. Wir hatten aber auch unseren Teil leisten. So mussten wir vor die versammelte Schülerschaft auf den Appellplatz treten und uns vorstellen.Man hat sich da schon irgendwie wichtig gefühlt, speziell ab dem Zeitpunkt, als man im Minutentakt um ein gemeinsames Foto gebeten wurde. ;)

Danach gingen wir in 2er-Gruppen in die jeweiligen Klassen. Mein Partner war der Gabo. Nach einer tendenziell nicht ganz so interessanten Geo-Stunde hatten die Schüler dann die Gelegenheit zu sagen, was sie mit Deutschland verbinden. Leider gaben es neben den positiven Begriffen, wie „hoch technisiert“ sowie „hoch industrialisiert“ auch eine Menge negatives zu hören, z.B. „kriegslustig“ oder „unfreundliches Verhalten“. Natürlich muss dazu gesagt werden, dass in unserer Klasse als einziges kritisch über Deutschland gesprochen wurde.
Ich finde das deswegen so hervorhebenswert, weil wir Deutschen in der Regel auch kaum positiver über Afrika bzw. Simbabwe denken. Ich z.B. verband vor dieser Reise dieses Land vorwiegend mit „Korruption“, „Unterdrückung“, sowie „Robert Mugabe“.
Aber genau wie die Assoziationen der Schüler nicht auf die Gesamtheit aller Deutschen zutreffen, so spiegeln die ehemals Meinigen in Bezug Simbabwe auch nicht die gesamte Realität dieses Landes wieder. Die Wahrheit ist halt doch immer differenzierter als man anfangs denken mag. Leider scheint man das immer erst dann zu erkennen, wenn man direkten Kontakt auf Augenhöhe mit den entsprechenden Menschen hat. Vorher scheinen einem die Mühen einer differenzierten Betrachtung doch zu hoch zu sein. Schade ...
Danach spielten wir gegen die Schulauswahl Fußball. Ähm ...na ja... wichtig ist, dass wir uns bewegt haben, die Sonne gelacht hat und wir Deutschen sehr zur Belustigung des anwesenden Publikums beitragen haben. Das Resultat ist da doch eher zweitrangig, oder? ;)
Zum Abend schwangen Luisa und ich für unsere liebe Gogo nochmal das Tanzbein zu den Klängen von „Waka Waka- it`s time for arfica“. Ihr scheint das sehr gefallen zu haben. Da macht es einem auch nichts aus, wenn man sich total zum Affen gemacht hat.

Liebe Grüße

Tobias

Tag 12

Es schien ein ähnlich ereignisloser Tag wie der Vorherige zu werden, denn es gab wirklich kaum mehr etwas zu tun. So strichen ein paar Leute das Dach des Direktohrenhauses, ein paar machten die Fenster sauber und viele dösten einfach nur im Schatten herum. In diesem Moment kam in mir einmal mehr die Frage auf: „Warum sind wir hier, wenn wir hier eh kaum was machen? Erreichen wir hier etwas nachhaltiges?“ Die Leiter dieses Projektes schienen die sinkende Motivationskurve der Gruppe wahrzunehmen und luden deswegen zu einem Gruppengespräch nach dem Mittagsessen.
Dort erfuhren wir, dass 75% der knapp 400 Schüler der „Somalala Primary School“ Waisen sind. Der hauptsächliche Todesursache der Eltern sei Aids, was bei der hiesigen Infektionsrate durchaus realistisch erscheint. Normalerweise würden diese Kinder keine Schule besuchen, da sie ihre Geschwister irgendwie mit Nahrung versorgen und somit Geld verdienen müssen. Daher versucht in der „Somalala primary school“ dem entgegenzuwirken, indem für den Schulbesuch ein tägliches warmes Mittagsessen winkt. Das ist für diese Kinder existenziell und somit ein echter Motivationsfaktor für den Schulbesuch!
Die Frage, die sich da natürlich stellt, ist, warum wir ausgerechnet die Lehrerhäuser renoviert haben. Dies ist damit zu begründen, dass qualifizierte Lehrer kaum auf dem Land zu halten sind, denn in der Stadt lebt es sich mit fließendem Wasser, dauerhaften Strom sowie Internet einfach bequemer. Außerdem sind in der Stadt mehr Eltern in der Lage das Schulgeld von 25 $ pro Trimester zu zahlen. Somit werden auch die Lehrer bedeutend häufiger bezahlt.
So ist es nicht verwunderlich, dass die Bestehensrate bei den alljährlichen Prüfungen in dieser Schule bei gerade 4 % pro Jahr liegt. Die Kinder werden zwar in die nächste Klasse versetzt, haben aber keine Chance auf einen Abschluss, wenn die Prüfung nicht nachträglich erfolgreich wiederholt wird. Jeder kann sich vorstellen, dass in einem Land mit einer völlig desolaten Wirtschaft ein fehlender Abschluss die ohnehin geringen Chancen auf einen Arbeitsplatz 0 reduziert.
Aus unserer Perspektive haben wir in Sachen Infrastruktur wenig erreicht, aus Sicht der Bewohner hingegen allerdings eine ganze Menge, denn der Standard des Umfeldes der Schule wurde merklich gehoben! Wenn dadurch ein paar Kinder mehr eine Zukunft ohne existenzielle Not haben, dann haben wir unser Ziel erreicht. Mehr war in diesem Kontext eh nicht zu erwarten, denn die Welt können wir hier nicht retten. Dazu resultieren die Probleme zu sehr aus der wirtschaftlichen, sozialen sowie politischen Struktur dieses Landes. Um das zu ändern braucht es mehr als ein paar Pinselstriche und Workshops für Kinder. Vielmehr ist da die internationale Gemeinschaft gefragt. Ein guter erster Schritt wäre es z.B. Länder wie Simbabwe an einem Handel auf Augenhöhe zu partizipieren, damit sich die lokale Wirtschaft wenigstens etwas erholen kann, anstatt von den billigen Überschusswaren des Westens weggespült zu werden. Ein frommer, fast schon naiver Wunsch, in einer sternenklaren simbabwischen Winternacht ...

Morgen geht es in die „Somalala secondary school“! :)

Liebe Grüße

Tobias

Tag 11

Es war ein herrlicher unaufgeregter Tag. Als wir an der Schule ankamen, war die Flagge auf Halbmast. Sollte Mugabe wirklich tot sein? „Leider nein! In diesem Land stirbt anscheinend nie ein Präsident.“: sagte uns eine Lehrerin mit Bedauern. Der Grund der verordneten Trauer war „nur“ das Ableben eines Ministers, dessen Namen aber niemand kannte.

So haben wir in aller Ruhe unsere Arbeiten verrichtet, d.h. wir haben haben gestrichen, wie die Weltmeister. Nach den ereignisreichen letzten Tagen war das eine sehr schöne Abwechslung. Während der Mittagspause hörte ich, wie die Kinder das Lied „Bruder Jakob“ sangen. Sie hatten aus der gemeinsamen Stunde doch was mitgenommen – das ist eine gute Nachricht, wie ich finde.
Der Höhepunkt der Tages war das Essen am Abend, so begrenzt das jetzt vielleicht auch klingen mag. Die Luisas hatten über dem Feuer einen leckeren Kuchen über dem Feuer in einer Schüssel gekocht ( kein Schreibfehler). Der Grund dafür war, dass einer der Gogos auf unserem Hof Geburtstag hatte. Dazu gab es auch leckere deutsche Nudeln von den selben Köchinnen. Das war fast schon eine Orgie, welche an spätrömische Dekadenz erinnerte. Völlig überfüllt ging jeder an diesem Tag zu Bett.

In diesem Sinne: Gute Nacht nach Deutschland!

Tobias

Tag 10

In aller Frühe brauchen wir wieder zu unserer Heimatfamilie auf. Der Tag war eigentlich zum Ausruhen gedacht. Aber es wurde schnell klar, dass das nichts werden würde, denn wir mussten um 9 Uhr in die 8 km entfernte Kirche der „Salvation Army lauf... äh … joggen.Diese Kirche ist vergleichbar mit unserer Heilsarmee. So trugen alle militärische Uniformen und Ränge- so auch unsere Gogo, die das Amt des stellvertretenden Bischofs bekleidet.

Im Grunde war es ein sehr stimmungsvolles Gottesdienst, aber mit über 3,5 Stunden Laufzeit war es doch seeeehr langatmig, zumal wenn man nicht ein Wort verstanden hat. Ich hatte das Gefühl, dass jeder mal singen oder was sagen durfte. Es zog sich hin wie Kaugummi. Man sagte mir, das man mir nach einer Stunde meine Entnervung deutlichst angesehen hätte. Okay, ich hatte mir auch keine Mühe, das zu verbergen.

Als das überstanden war, wurden wir auf das Fest zu Ehren des anwesenden Abschnitts-Kommandanten der „Salvation Army“eingeladen. Die Details der Ziegenschlachtung möchte ich euch an dieser Stelle gerne ersparen, aber sagen wir es mal so: Schlachterin ist sicherlich nicht der geeignete Beruf für unsere beiden Luisas;)
Die anderen Gruppe hatten es aber an diesem Tag auch nicht unbedingt besser erwischt. So mussten z.B. Laura, Daggi, Holger und Anne für ihre Gastfamilie „Oh Tannenbaum“ singen. So hatte halt jeder an diesem Tag sein Los zu tragen...
Auf dem Rückweg durfte wir dann auf dem Jeep des Kommandanten Platz nehmen. Auf Diesem waren -wahrscheinlich- Hilfsgüter für die hiesige Bevölkerung geladen. Ich nahm als Erstes auf einer der Tüten platz. Dies hatte aber zur Folge, das die anwesenden Einheimischen mir aufgeregt anzeigten, dass ich unbedingt wieder aufstehen solle. Ich verstand zuerst nicht warum. Kurze Zeit später erkannte ich an dem wütenden Gackern aus der Tüte, dass ich mich auf ein Huhn gesetzt hatte. Unglücklicherweise rächte sich Dieses, indem es seinen Darminhalt auf meinem T-Shirt entleerte. So wirklich verdenken kann ich es diesem Tier ja nicht nicht, allerdings gebe ich zu bedenken, dass es froh sein kann, dass nur ich und nicht einer der anwesenden Gogos das getan hatte! Dann hätte es sicherlich nicht nochmal die Gelegenheit gehabt, um sich zu erleichtern. Ich wurde aber entschädigt mit einer erstklassigen Fahrt durch die Savanne. Da störte auch das nasse T-Shirt nicht mehr ;)

Liebe Grüße

Tobias

Tag 9

Es ist 18 Uhr. Der Himmel erscheint blutgetränkt. Die Dämmerung kündet von der nahenden Nacht. Neben mir spielt Gabo Gitarre und gibt dieser Situation den passenden Sound. Ich sitze neben der Veranda, den Laptop auf dem Schoß und lasse die Gedanken schweifen, um das ausgesprochen spirituelle Wochenende zu rekapitulieren.
Der Samstag stand eigentlich im Zeichen des Perspektivenwechsels. Unsere Gruppe, also die beiden Luisas, Gabo und ich, zogen für einen Tag zu einer anderen Familie. Somit sollten wir die unterste soziale Schicht Simbabwes kennenlernen. Aber um ehrlich zu sein - und da kann ich für alle sprechen - war kein wesentlicher Unterschied zu unserer eigentlichen Familien zu erkennen.
Somit kann ich mich in diesem Text mehr auf den Gottesdienst konzentrieren.Unsere Austauschfamilie gehört den „7th day Adventist“ an. Den einzigen Unterschied im Gegensatz zu den traditionellen christlichen Kirchen, den ich auf die Schnelle erkennen konnte, war der, dass für sie der Samstag der heilige Tage der Woche ist. Somit wird auch an diesem Tag die Kirche besucht. Etwas anderes scheint an diesem Tag an dieser Familie kaum gemacht zu werden.
Nach einem 45-minütigen Lauf durch die Savanne erreichte wird das Kirchengebäude, was ich als Solches so gar nicht erkannt hätte. Es erinnerte mich mehr an eine Lagerhalle,als an eine Kirche im klassischen Sinne. Auch der Gottesdienst verlief etwas anders, als der von letzter Woche. Zur Begrüßung sang man für uns „What a great friend we have in Jesus“. Danach folgte eine Stunde Religionsunterricht, wo der Pastor Fragen an die Gemeinde stellte, welche diskursiv beantwortet wurden. Das hatte wohl keiner von uns so vorher erlebt. Leider konnten wir dem Unterricht nur sehr begrenzt folgen, da keiner von uns Shona oder Debele spricht. Somit blieb uns nichts anderes übrig als nett zu lächeln und zu nicken.;) Selbiges galt auch, als wir am Ende nach vorne gebeten wurden um eine Rede an die versammelten Gläubigen zu halten. Zum Glück konnte Gabo noch etwas aus dem Hut zaubern.

Das eigentliche Highlight für unsere Mädels kam am Abend kurz vor dem Schlafen gehen. Da ich leider nicht dabei war, muss ich das aus ihren Erzählungen rekonstruieren.
Also, laut den Beiden fragte eine ausgesprochene füllige Gogo die beiden Luisas während des Ausziehens was „Bartox“(Po) auf Deutsch hieße. Um die Frage zu visuell bekräftigen, begann sie auf ihr eigenes mittlerweile kreisendes Hinterteil zu zeigen und immer wieder „Bartox“ zu sagen. Laut den Aussagen der beiden Opfer muss das kein übermäßig schöner Anblick gewesen sein. Tja, der Zahn der Zeit nagt halt auch in Afrika;)
Das Spektakel setzte sich in der Nacht für die Beiden fort. In dieser Zeit waren sie nämlich von zwei Gogos im Bett förmlich eingekesselt. Diese begannen sich unvermittelt zu nächtlicher Stunde lautstark zu unterhalten. Irgendwann klinkte sich der im Nachbarzimmer schlafende Ehemann ebenso lautstark in diese Konversation ein. So konnten beide kaum ein Auge zu machen. Arme Mädels ;)

Liebe Grüße aus Simbabwe!

Tobias

Tag 8

So,die Wände sind gestrichen, das Essen (Hühnchen mit Sadsa) ist vorbereitet und die Wäsche ist gemacht. Daher habe ich jetzt Zeit pünktlich zum Sonnenuntergang mich dem Blog zu widmen.
Heute morgen gegen 9 brachen Luisa und Holger nach Harare auf, denn unser letztes Gruppenmitglied – die Tina – kommt heute aus Deutschland an. Der Rest der Gruppe hatte die seltene Gelegenheit, simbabwische Politik live zu erleben. Aber der Reihe nach. Als Holger und Luisa aufgebrochen waren, setzte sich der Tross zu einer 90 minütigen Wanderung durch die simbabwische Savanne zum Chief von Zhombe auf. Es handelt sich herbei um eine Person, die mit einem Statthalter verglichen werden kann.Zu seinen Aufgaben gehört es Recht zu sprechen, Vorräte für schlechte Zeit vorzuhalten und vor allen Dingen zu repräsentieren. Von Diesen gibt es etwa 250 in diesem Land. Sie stehen im engen Kontakt mit Robert Mugabe und sind somit immer in seiner Partei fest verankert. Gewählt werden diese Leute nicht, denn das Amt wird vererbt.
Vor der Wanderung wurden wir belehrt, dass wir um Gottes Willen keine politischen Themen ansprechen sollen. Das hat seinen guten Grund, denn als Weißer gilt man in diesem Land als potenziell verdächtig der Opposition anzugehören. In Diktaturen ist das nicht unbedingt vorteilhaft für die Gesundheit. Vermutlich hatte uns der Chief deswegen auch auf sein Anwesen eingeladen. Wer hat schon gerne Quertreiber in seinem Bezirk, vor allen Dingen in einer Schule? Würde er Verdacht schöpfen, würde das wohl richtig viel Ärger bedeuten.
Wir erreichten mit einer fast schon planmäßigen Verspätung das Haus des Chiefs. Dies war damit zu begründen, dass wir den sehr rüstigen Dorfältesten (87 Jahre) auf dem Weg abgeholt haben und das sich ein Teil der Gruppe in der Savanne kurzzeitig verlaufen hatte.
Dort angekommen durften wir uns setzen, d.h. die Frauen mussten auf dem Boden Platz nehmen, während die Männer auf der Bank sitzen durften. Wie man sich sicher daraus ableiten kann, stehen weibliche Personen in der simbabwischen Hierarchie bedeutend unter den männlichen. Etwa 5 Meter von uns entfernt, saß auf einer Art Thron (ohne Übertreibung) der Chief in einer etwas schmutzigen Armeeuniform. Nachdem er zu uns Vertrauen gefasst hatte, ließ er es sich nicht nehmen, seine „Chief-Uniform“ anzuziehen und sich in jeder Pose auf seinem Anwesen ablichten zu lassen. Danach führte er uns durch sein neues Haus, welches westlichen Ansprüchen mehr als genügte, denn es gibt fließendes Wasser, Strom und Internet, sowie einen „secret room“. Die anwesenden Einheimischen staunten nicht schlecht vor dem entstehenden Luxus. Danach fuhr er uns mit seinem Jeep zur Schule und begutachtete unsere Arbeit. Nebenbei beanspruchte er die verbleibende Farbe des Projektes für sich.
Tja, was soll man dazu sagen? Das war simbabwische Live-Propaganda!

Lasst es euch gut gehen in Deutschland!

Liebe Grüße

Tobias

Tag 7

Es sind angenehme 20 Grad an diesem Nachmittag. Ich sitze auf der Veranda der Farm und um mich herum herrscht eine beruhigende Stille. Nur das Meckern der Ziegen und die Glocken der Kühe sind zu hören. Das ist doch eine sehr gute Atmosphäre, um euch den Tag in Simbabwe zusammenzufassen.
Der Tag begann damit, dass unsere Gogo uns zum Morgen mit selbstgemachten Nudeln überraschte. Das war zwar ziemlich ungewöhnlich, tat aber dem Geschmack keinen Abbruch. Auf das Melken der Kühe hatte ich heute mal verzichtet, denn das Erlebnis mit dem Eimer am Vortrag schreckte mich dann doch zu sehr ab. Da konnte ich wenigstens etwas länger schlafen als sonst und somit etwas mehr Kraft tanken.
Die war auch nötig, denn heute war eine Art Sportfest in der Schule. Ich spielte mit Holger, Gabo, Laura,Welligton, Mister T. und dem Schuldirektor in einem Team Fußball gegen eine Schulauswahl. Man glaubt ja gar nicht, was die alles am Ball können und vor allen Dingen auch wie schnell! Wir hatten unsere liebe Mühe sie in Schach zu halten. Überdies schienen diese Kinder – zumindest nach außen - ungemein schmerzresistent zu sein,denn Tränen flossen ,trotz manchen harten Fouls, nicht.
Ähnlich leidenschaftlich wie auf dem Spielfeld, ging aus auch daneben zu. Zum Einen hatten wir da zur rechten Seite eine überwiegend männliche Fangruppe, welche die eigenen Schulfreunde favorisierte. Zum Anderen gab es auf der linken Seite eine weibliche Fangruppe, die uns mit Singen und Tanzen ihre grooooße Sympathie zeigte. Beide schienen im ständigen Wettkampf miteinander zu sein. Solange wir spielten, waren auch diese beiden Gruppen lautstark präsent. Durch diese große sowie beeindruckende Leidenschaft wurde eine tolle Atmosphäre geschaffen.
Besser gespielt haben wir deswegen aber trotzdem nicht. Zum Glück haben wir uns nicht restlos blamiert und konnten wenigstens ein 3:3 erringen. Das ist doch ein sehr diplomatisches Ergebnis. ;)
Danach wurden wir in 2er-Gruppen aufgeteilt, um einzelne Klassen zu unterrichten. So haben Luisa und ich eine 4. Klasse betreut. Um Grundlagen für den Unterricht zu schaffen gaben wir vorher Stifte an die Kinder aus. So konnten Diese ihr Lieblingstier (in der Regel Kühe oder Katzen) auf ein Blatt Papier malen. Das Resultat ihrer Arbeit mussten sie dann vor der Klasse vorstellen und den englischen Namen des Tieres nennen. Um die Sache etwas abzurunden, hatte Luisa die gute Idee, den Kindern das Lied „Bruder Jakob“ auf Englisch beizubringen. Zur Belohnung gab es Gummibärchen aus Deutschland. Der Teil des Unterrichtes machte den Kindern am meisten Spaß, auch wenn das pädagogisch gesehen nicht unbedingt ganz vorteilhaft war.

Morgen geht’s zum Chief der Region. Ich bin schon sehr gespannt!

Grüße nach Deutschland
Tobias

Tag 6

Mit vertränten, weil durch das offene Feuer verrauchten, Augen stelle ich just in diesem Moment fest, dass dies ein Tag war, welcher bereits 10 Minuten nach dem Aufstehen überraschte. So wurde ich durch Gabo 5.40 spontan überredet, mich bis zu den Viktoria-Fällen nicht mehr zu rasieren. Wäre sicherlich auch recht schwer geworden ohne Spiegel und Rasierschaum, der mir explodiert ist.
Danach ging es wieder zu den Kühen. Wir hatten ihnen mühselig einen knappen Liter Milch abgerungen. Leider folgte dann eine negative Überraschung, denn die letzte Kuh machte uns einen Strich durch die Rechnung. Dafür musste sie einfach nur den Eimer voller Milch umtreten. Hätte unser Begleiter „Mister T“ bloss nicht zu sehr in den Euter gezwickt. :(
Eine weitere Überraschung des Tages war, dass wir uns unbewusst politisch geäußert hatten. Dies kam so: Am Tag zuvor hatten sich einige Mädels unserer Gruppe spaßeshalber Farbhände auf ihre T-Shirts machen lassen. Leider ist das auf dieser Baustelle alles andere als gerne gesehen, denn dies ist das Zeichen der Opposition. Um Ärger mit der Regierung zu vermeiden, wurden wir eindringlich gebeten, diese Hände zu entfernen. Der Pastorin war das so wichtig, das sie kurzerhand bei einigen Gruppenmitgliedern selbst Hand anlegte.
Später, als uns einmal mehr die Farbe ausgegangen war, döste ich ein wenig im Schatten. Eine mir unbekannte Frau kam des Weg gelaufen und bat mich mitzukommen. Unumwunden und ohne jegliche Vorwarnung stand ich vor einer 6. Klasse und sollte Englisch-Unterricht halten.
In der aufsteigender Panik hatte ich die Idee, mir aus dem Leben der Kinder erzählen zu lassen. Dabei fiel mir auf, dass es in dieser Klasse ein enormes Leistungsgefälle in Sachen Englisch gab. Konnten einige wenige die englische Sprache fast fließend sprechen, hatten ich bei den meisten anderen das Gefühl, dass sie kaum ein Wort verstanden haben. ( Zu Erkennen an dem Umstand, dass sie JEDE Frage mit „Yes“ beantwortet haben.)
Auf dem Weg zum Essen ( übriges von unseren Mädels vorbereitet) erzählte mir die Lehrerin, dass Bücher erst seit knapp einem Jahr durch UNICEF vorhanden seien. Davor war kein effektiver Unterricht möglich gewesen, da die Möglichkeit zur häuslichen Wiederholung fehlte. Das hatte zur Folge, dass Schüler das Erlernte schnell wieder vergessen haben. Nur Jene mit viel Eigenantrieb hätten die gewünschten Verbesserungen gezeigt. Ich finde, jeder sollte sich zu diesem Umstand seine eigene Meinung bilden, weswegen ich das jetzt unkommentiert lasse.
Währenddessen ich mich in der Klasse abmühte, gaben meine Gruppenkollegen ihr Bestes beim Bestreichen der Wände. Das ist Resultat ist meiner Ansicht nach mehr als ansprechend! Leider schien es dabei zu Unstimmigkeiten mit den Einheimischen bei der grundsätzlichen Ausführung einzelner Arbeiten gekommen zu sein. Zum Schluss haben wir es dann alle gemeinsam hinbekommen. Aber ich glaube, dass muss man nicht überbewerten: Interkulturelle Verständigungsprobleme gibt es überall, sogar auf den ganz großen Schaubühnen der Welt ;)

Ich finde, mit dieser guten Botschaft sollte ich diesen Text jetzt einfach mal beenden ;)

Morgen ist dann ein Sportfest an der Schule. Endlich mal Zeit, die ganz Fett-Kekse sowie das Sadsa zu verbrennen. ;)

Liebe Grüße aus dem schlafenden Simbabwe

Tobias

Tag 5

Die Kerze ist an diesem Abend um knapp 20.30 mein einziger Lichtspender. Der Rest meiner Begleiter sowie unsere Gogo sind bereits zu Bett gegangen. Das Leben hier richtet sich streng nach dem Lauf der Sonne. Wenn diese untergegangen ist kaum mehr Aktivität mehr möglich. Daher gehen alle schon früh zu Bett.
Der Tag begann um 7 Uhr. Es gab eine Menge zu tun, Kühle melken ( was gar nicht mal so schwer ist) sich unter freiem Himmel waschen und sich von der Pastorin sagen lassen, dass man schon wieder zu spät ist.Ja, sie hatte ja Recht. Vor 9 Uhr war kaum einer unserer Truppe dort. So blieb Zeit zu sehen, was unsere Vorgänger geleistet haben. Das war schon allerhand! So müssen wir nicht bei Null beginnen.
Unsere Tagesaufgabe bestand darin, die Häuser der Lehrer in einem neuen farblichen Gewand erstrahlen zu lassen. Das ist uns auch wirklich gut gelungen. Jeder unserer Gruppe hatte geleistet was er konnte.
Umso freute ich mich, dass wir am Nachmittag endlich, wenn auch spontan, auf die Kinder losgelassen wurden. Dafür das alles improvisiert war, verlief es für alle recht gut.Simples Fange-spielen ist halt ein global-player. Somit konnte ein positiver erster Kontakt zu Schülern hergestellt werden. Perfekt! Das war ein sehr guter Anfang :)
Auf dem Weg zu einer Aktivität danach hatte ich dann eine zuerst etwas merkwürdige Begegnung. Ein junger Mann, etwa 20, kam zu mir und begann unvermittelt meine Hand zu halten.Gut, ich kannte ihn durch ein Gespräch während des Tages, aber das schien mir keine angemessene Grundlage für sein Verhalten zu sein. Ich war irritiert. Später wurde ich aber aufgeklärt, dass es sich hierbei um traditionelles simbabwisches Sozialverhalten handelt. Er sagte auf diesem Wege einfach nur „Hallo, schön dich zu sehen!“. Mensch, wieder was gelernt! In Deutschland sollte ich das aber lieber nicht machen. Das würde bestimmt für eine Menge Missverständnisse sorgen.
Am Abend liefen wir dann durch die nächtliche Savanne unter einem wunderschönen Sternenhimmel nach Hause. Das war mein ganz persönlicher Höhepunkt des Tages. In Deutschland fehlt mir dafür manchmal einfach das Auge dafür.

Liebe Grüße

Tobias

Tag 4

Heute sollten wir bereits um 11 Uhr auf dem Weg nach Zhombe sein. Aber wie ich bereits dezent angedeutet hatte, laufen hier die Uhren gänzlich anders. So saßen wir um 13 Uhr immer noch auf gepackten Taschen. Das war aber gar nicht mal so schlimm, denn so hatte jeder Zeit, jene Dinge zu tun, die in den letzten Tagen deutlich zu kurz gekommen waren. In meinem Fall war das Lesen.
In dieser Zeit wurden auch die heimkehrenden Schulkinder (gut zu erkennen an den Schuluniformen) auf uns aufmerksam.Einige von ihnen schienen zum ersten Mal einen „Weißen“ gesehen zu haben. Nach einer Weile waren aber unsere Digitalkameras etwas interessanter als wir. So wurde durch die Kinder die seltene Gelegenheit genutzt, um mal ein paar Fotos zu schießen. Und ganz ehrlich – die kleine Nono (5 Jahre) bewies echt großes Talent. Ich denke, die meisten ihrer Bilder von ihr werde ich behalten. Schade, dass ich sie aus Simbabwe für euch wohl nicht hochladen kann, denn die Verbindungen hier haben sicherlich noch nie eine Glasfaser von Weitem gesehen. Das wurde mir einmal mehr vor Augen geführt, als ich in Kwekwe auf dem Weg nach Zhombe ein Internetcafé besuchte. Das Internet war aber wenigstens so schnell, dass ich ich erkennen konnte, dass der Blog endlich online war. Mein großer Dank geht an dieser Stelle an den Webmaster!
Als es dann endlich losging und wir mit 5 Stunden Verspätung das besagte Dörfchen erreichten, wartete eine ganze Traube von Schülern der „Somalala Primary school“ auf uns, die gleich begannen für uns ein Liedchen zu singen. Auch die leitende Pastorin war da. Sie wurde nicht müde immer wieder dezent zu erwähnen, dass man schon seit heute morgen auf uns gewartet habe und die Dorfgemeinschaft -inzwischen des Wartens überdrüssig- gegangen sei. Ich glaube,das war ein Vorwurf. ;)
Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann zu den einer der drei möglichen Gastfamilien. Ich persönlich bin auf einer kleinen Farm gelandet. Am Anfang hatte ich schon einen kleinen Kulturschock. Die „Endstufe“ hatte gezündet. Ein gutes Beispiel ist der Strom: War in Harare – zumindest theoretisch-jederzeit Strom verfügbar, in dem Township von Kwekwe zumindest an 3 Tagen für 4 Stunden, gibt es Elektrizität in meinem Haus gar nicht. Ein weiteres Beispiel ist weite Auslegung des Begriffes „Dorf“: In Deutschland sind Dörfer eine enge Ansiedlung von Häusern. Hier hingegen liegen diese teilweise kilometerweit voneinander entfernt. Und Toiletten sind simple Löcher im Boden, aber mit einem Sichtschutz drumherum. Im Grunde ist dieser aber hygienischer als manche mitteleuropäische Toilette, denn wenn man sich richtig drüber hockt, dann muss man nichts anfassen...
Als das kurz danach überwunden war, erkannte ich, dass die Atmosphäre einfach nur schön ist. Wir sind hier umgeben von Kühen, Hühnern und Ziegen. Gegessen und gekocht wird über offenem Feuer in einem Lehmrundbau. Die Leute hier sind sehr herzlich, hilfsbereit und vor allen Dingen zufrieden. Die Familiengemeinschaft arbeitet Hand in Hand. Das war genau das „back-to-the- roots“, was ich im Prolog beschrieben hatte.
Unsere Gogo ( was übersetzt soviel heißt wie Großmutter ) versorgte uns gleich mit allerhand Essen. Glaubt mir, verhungern werden wir ganz gewiss nicht, denn Gastfreundlichkeit drückt sich hier über die Menge des Essens aus.
Eines ihrer Leckereien waren Fettkekse- und ja, die tragen ihren Namen zu Recht! Sadsa war selbstverständlich auch mit dabei. Das gibt es hier zu jeder Mahlzeit. Es handelt sicher hierbei um eine Art aufgekochtes Maismehl, was sehr kohlehydrathaltig ist. Für Figur und Gewicht ist dieses Essen ein einziger Großangriff- aber man ist ja im sozusagen im Urlaub. ;) Es ist für die einfachen Leute hier eine billige Alternative zu den Nahrungsmitteln im Supermarkt. Dieses ist nämlich fast nicht zu bezahlen, da nach den Endeignungen der weißen Farmer um 1995 so gut wie alles importiert werden muss. Dies ist damit zu begründen, dass die danach entstandenen kleineren Farmen der Einheimischen weit weniger effizient sind und somit den Bedarf kaum decken können.

Morgen geht es dann Häuser anstreichen!

Grüße nach Deutschland

Tobias

Tag 3

Nach einem leckerem Abendbrot, welches über dem offenen Feuer zubereitet und mit den bloßen Fingern gegessen worden ist, möchte ich euch einen Tag zusammenfassen, der durch seine Intensität nach wie vor in mir nachhallt. Aber ich starte erst mal vom Beginn des Tages.
Da in Harare heute morgen nach wie vor Stromausfall war, mussten wir uns mit eiskalten Wasser waschen. Für den geneigten Warmduscher sicherlich eine kleine Grenzerfahrung ;) Danach ging es mit Sack und Pack in einen viel zu kleinen Minivan. Dort wurden Gepäck und Personen platzsparend übereinander gestapelt. Im Nachhinein betrachtet war es sicher keine gute Idee von mir, das Ende des Wagens zu beschreien, denn bereits einen Kilometer später, segnete unser Vehikel tatsächlich vorläufig das Zeitliche, weswegen wir in einen anderen größeren Wagen umsteigen mussten.

In Harare selbst angekommen, steigen wir wiederum in einen anderen Bus, um dann 4,5 Stunden sehr beengt nach Kwekwe zu fahren . Diese Zeit verging aber recht schnell, denn wir fuhren durch wunderschöne unberührte Savanne, wo wir sogar die ersten Affen gesehen haben. Dafür nimmt man Strapazen dieser Art gerne auf sich.
Als wir in Kwekwe um 16 Uhr angekommen waren,wartete bereits eine versammelte Kirchengemeinschaft frenetisch feiernd auf uns. Sie zelebrierten schon seit 9 Uhr morgens ihren Gottesdienst. Für viele Simbabwer ist dies
Das war der helle Wahnsinn! Selbst für Menschen, die ihre Kraft nicht aus dem Glauben zu Gott ziehen, war es sehr beeindruckend mit welcher Hingabe, diese Menschen ihre Gottesdienste feiern – nämlich bis zur Ekstase und Ohrmächtigkeit ( echt wahr! ). Ich habe noch nie knapp 20 Menschen synchron umfallen sehen. Das versammelte Personal hatte mächtig zu tun, die ohnmächtigen Menschen aus der Masse zu ziehen – aber auch nur wenn sie nicht selbst umgefallen waren. Mit Gänsehaut stieg ich wieder in den Bus. Das hatte ich noch nie erlebt.

Danach fuhren wir in ein Township von Kwekwe, wo wir die Nacht verbrachten. Es ist einfache Behausung, aber für den Zweck völlig ausreichend. Dafür sind wir hergekommen! Um uns die Zeit bis zum Essen zu vertreiben statteten wir dem Zentrum dieses Viertels einen Besuch ab. Dort pulsierte das Leben, denn die Bar hatte geöffnet. Dort trafen wir auch auf den Cousin des Hausbesitzers, mit dem wir den Abend verbrachten. Mit diesem führte ich ein interessantes Gespräch. Er meinte sinngemäß, dass es schon ungerecht sei, dass wir durch die Welt reisen können und er in seinem Township gefangen ist. Aber, so fügte er hinzu, was solle man machen. So sei die Welt und er habe ja das Nötigste. Damit ließe sich das größte Gut, nämlich das Leben, erhalten. Stimmt!, dachte ich, und ich sitze hier und vermisse meinen I-Pod. Verwöhntes Kind!

Morgen geht es endlich los zur Arbeit!

In diesem Sinn, Grüße aus Simbabwe

Tobias

Tag 2

Aufgrund eines Stromausfalles sitzt die Gruppe komplett im Dunkeln in unserem Quartier nahe Harare. Da wir im Moment nichts anderes machen können, ist das doch ein guter Zeitpunkt den heutigen Tag für euch zusammenzufassen. Auch ist dieser Zeitpunkt für Felix günstig, seine Künste im Zehnfingerschreiben bei absoluter Dunkelheit vorzuführen. Beeindruckend und hilfreich dort in zugleich.
Heute um 11 Uhr brachen wir auf ,um das simbabwische Stadtleben in Harare mitzuerleben. Ich persönlich war erstaunt, wie wenig afrikanisch diese Stadt wirkte, denn die Zeit der britischen Kolonisierung schlägt sich deutlich in der Architektur nieder. Nichtsdestotrotz hat dieser Ort einen unglaublichen Charme, denn moderne sowie traditionelle Bauten existieren dort in friedlicher Koexistenz nebeneinander.

Dort hatten wir auch Gelegenheit, uns etwas zu Trinken zu kaufen. Dabei machten wir die Erfahrung, dass man Wechselgeld, welches man als Münzen erhalten müsste, als Süßigkeiten zurückbekommt. So ging ich etwas verwundert mit vier Konfektbonbons aus dem Laden. Diese Begebenheit ist damit zu erklären, dass nach der Ersetzung des Sim-Dollars durch den US-Dollar im Jahr 2008 als Folge der Hyperinflation, von den USA keine Münzen geliefert worden sind.
Interessanterweise war das nationalen Kunstmuseum der einzige Ort, an dem Postkarten gekauft werden konnten. Dem Ort angemessen, war Jene künstlerisch besonders wertvoll ;)
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Großmarktes der Stadt. In gewisser Hinsicht war kein Unterschied zu arabischen Märkten erkennbar, denn auch hier stieg die Zahl meiner Freunde Brüder und Schwestern quasi expotenziell. Wer sich die Zeit nahm und sich nicht von Händlern durch die Halle jagen ließ, der hat den einen oder anderen kleinen Schatz dort gefunden, z.B. die landestypischen schöne Shona-Figuren.

Der Abend endete entspannt in der Bar „Book Cafe“, wo die Band „Jazz Inventation“ eine tolle Performance mit ihrer „little Diva“ bot. Als man von uns mitten im Konzert 5 $ extra verlangte, entschieden wir uns dann doch zu gehen. Schade eigentlich!

Morgen geht es 250 km mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kwekwe. Das wird mit unserem Gepäck sicher ein beengtes Erlebnis.

Grüße aus Simbabwe
Tobias

Tag 1

Nun sitzen wir wohlgenährt und gleichzeitig völlig übermüdet am Essenstisch in einem schönen Haus nahe der simbabwischen Hauptstadt Harare. Es ist kalt geworden am Abend, sodass alle entsprechend angezogen den Worten der Hausherren lauschen. Das ist doch ein guter Zeitpunkt, den ersten Tag Revue passieren zu lassen.
Unsere Reise begann am 7.7. um 16.30 am Leipziger Hauptbahnhof. Nach einer recht angenehmen Zugfahrt holten wir dann am Frankfurter Flughafen unseren deutschen Projektleiter Holger ab. Der Flug nach Harare über die äthiopische Stadt Addis Abeba war für viele für uns eine einschläfernde Sache. Nur gut, dass die ausgesprochen harte Landung mit die damit verbundenen Schreie wirklich jeden pünktlich zur Ankunft geweckt haben.
Um uns an die neue Umgebung zu gewöhnen, verbringen wir die erste Nacht im Haus der Schwester unseres simbabwischen Reiseleiters Wellington. Doch bei unserem Transit dorthin bewahrheite sich Holgers Wahrheit: „Die Europäer haben die Uhr, die Afrikaner aber die Zeit.“ Aus den angekündigten 10 Minuten Wartezeit wurden 2 Stunden. Im Haus selber wurden aber die weiblichen Teilnehmer der Gruppe sofort mit Muttergefühlen für die Warterei entlohnt, denn der einjährige Joshua wurden speziell von Diesen sofort ganz tief ins Herz geschlossen – da kommt er so schnell nicht wieder raus. ;)

Morgen geht es dann zum sight-seeing direkt nach Harare Jetzt ist aber erst mal Zeit ins Bett zu gehen, denn wir sind alle einfach total übermüdet.

Grüße

Tobias